8. Juli 2006

Polterabend Chrische

Donnerstag, 6. Juli 2006 E-Mail von unbekanntem Absender
Ich, plötzlich und unerwartet „Loveagent 00“ genannt, erhalte die Anweisung mich am 8.7.06 @ 14.00Uhr im Treffpunkt HB Bern einzufinden, unauffällig schwarz gekleidet, parat für die Mission. Mit UV Schutzbrille.

Freitag, 7. Juli 2006, 14.37
Loveagent 00 denkt an den bevorstehenden Samstag und ist nervös. Verdrängt aber die Gefühle und will alles auf sich zukommen lassen.

Samstag, 8. Juli 2006, 12.45
Loveagent 00 haut sich 750g Rösti in die Pfanne. Man weiss nie wann es zum nächsten Mal was gibt.

Samstag, 8. Juli 2006, 13.45
Christoph küsst seine Frau und seine Tochter. Wünscht Ihnen einen schönen Tag und verlässt das Haus in Richtung Stadt.

Samstag, 8. Juli 2006, 13.46
Loveagent 00 verlässt seine Homebase um die Mission zu erfüllen.

Samstag, 8. Juli 2006, 13.57
Loveagent 00 beobachtet das Gebäude des HB Bern. Unauffällig aber umso aufmerksamer verschafft er sich einen Überblick über die Personen im Bahnhofsgebäude. Im 1. Stock bemerkt er drei auffällig gekleidete Subjekte. Er behält sie kurze Zeit im Auge. Aus seiner Erfahrung schliesst er, dass diese Subjekte bei Bedarf problemlos ausgeschaltet werden können.

Samstag, 8. Juli 2006, 14.00, 26°C
Loveagent 00 befindet sich am Treffpunkt. Eine digitale Mitteilung trifft ein: Folge dem Wasserball. Ein Passant wirft Loveagent 00 einen aufgeblasenen Wasserball zu. Loveagent 00 entdeckt umgehend den Schlüssel im Ball und geht unauffällig zum passenden Schliessfach.

Samstag, 8. Juli 2006, 14.04
Im Schliessfach findet sich ein exotisches Bier. Loveagent 00 trinkt das Waschliwasser instinktiv und entdeckt im Glas einen weiteren Schlüssel eines Schliessfaches.

Samstag, 8. Juli 2006, 14.06
Christoph öffnet das zweite Schliessfach und findet Superman-Unterhosen sowie ein Couvert. Er denkt: Scheisse!!! Alles nur das nicht!! Das ist sicher auf Pierre’s Mist gewachsen.

Samstag, 8. Juli 2006, 14.06
Loveagent 00 öffnet das zweite Schliessfachs. Darin eine Superman Unterhose und ein Umschlag. Er denkt, dass da eine Verwechslung vorliegt zwischen Ihm und Superman. An der Grösse der Unterhose (XXL) bemerkt er aber, dass diese wohl für Ihn bestimmt sind. Er öffnet den Umschlag: Lass dir diese Unterhosen im Chat Noir (1. UG) für einen Freund einpacken.

Samstag, 8. Juli 2006, 14.15
Loveagent 00 lässt sich die Superman Unterhose im Chat Noir einpacken. Ein Paperazzo ist im Laden. Loveagent 00 überlegt, ob er ihn eliminieren soll – aber es hat zu viele Zeugen. Die nette Dame hat die Unterhosen eingepackt und steckt Loveagent 00 einen weiteren Umschlag zu.

Samstag, 8. Juli 2006, 14.20
Laut der zweiten Nachricht muss Loveagent00 im Chop Records „mueter gibmer es Butterbrot“ des famosen Trio Eugschter hören gehen. Die nette Dame im Chop verweist Ihn an Kopfhörer Nr. 2. Die Stimme eines unbekannten Mittelsmannes spricht zur Musik von Shaggy und fordert Loveagent 00 auf laut mitzusingen um sich auf den nächsten Mittelsmann aufmerksam zu machen. Loveagent 00 macht sich zum Affen und singt mit. Er wird aufgefordert beim Coiffeur in der Zeughauspassage nach einer Intimrasur zu fragen.

Samstag, 8. Juli 2006, 14.30
LE00 beim Coiffeur. Fragt leise nach einer Intimrasur. Die nette Dame begleitet ihn zu einem freien Stuhl und bittet zu warten. Umgehend entdeckt LE00 einen Umschlag mit der Anweisung beim Zytgloggen-Kiosk „Geile Stuten Nr. 19“ zu kaufen. Er traut den Blicken des Personals beim Coiffeur nicht und verlässt fluchtartig den suspekten Laden ohne Spuren zu hinterlassen.

Samstag, 8. Juli 2006, 14.40
LE00 beim Kiosk. Ohne grosses Aufsehen zu erregen fragt er nach dem entsprechenden Titel. Der Verkäufer zwinkert ihm zu und übergibt ihm einen grossen Umschlag. Darin die WM Ausgabe des Playboy und zur Enttäuschung von LE00 Geile Stuten Nr. 19. Es soll weiter gehen im der Metzgerei Steiner.

Samstag, 8. Juli 2006, 14.45
LE00 fragt nach dem neuen Gewürz „Spice 69“ in der Metzgerei. Der Metzger labert irgendwas von Rasierwasser, LE00 bemerkt rasch, dass ihn dieser Mittelsmann nicht weiterbringen wird. Als ein jüngerer Herr den Laden vom Lager her betritt geht er auf Ihn zu. LE00 hat den Braten richtig gerochen. Der junge Metzger ist die Kontaktperson. Von Ihm erhält er ein Plätzli und ein weiteres Couvert. „lass dir dieses Plätzli beim Cesary mit Reis zubereiten“. Toll denkt LE00, ein bisschen Bödelen ist immer gut.

Samstag, 8. Juli 2006, 14.56
Die Mission führt LE00 ins Cesary. Er übergibt er der Gutaussehenden Dame hinter der Bar das Plätzli, erhält ohne zu bestellen ein Bier (wahrscheinlich will ihn die mit hintergedankengespickte Dame abfüllen) und setzt sich hin. Bereits beim Betreten der Bar sind ihm die zwei auffälligen Subjekte zu seiner Rechten aufgefallen. Nicht dass sie arabische und asiatische Zeitungen lesen, aber dass sie bei diesen Wetterverhältnissen drinnen Platznehmen ist auffällig. Der „Araber“ übergibt ihm eine Trommel und ein Couvert. LW00 trinkt sein irisches Bier aus und verlässt das Lokal. Die nette Dame ruft ihm noch irgendwas nach, doch die Mission ist ihm jetzt wichtiger.

Samstag, 8. Juli 2006, 14.56
Christoph geht ins Cesary und macht sich auch hier zum Affen. Er sieht recht Stuker und Hadi sitzen. Stuker hat das Snare Drum bei sich. Ach du lieber Gott, Samstagnachmittag, ca. 25°C, schönes Wetter, der Kornhausplatz ist platschvoll – und ich werde dort vor all den Leuten trümelen dürfen. Wenn ich nur etwas besoffener wäre…

Samstag, 8. Juli 2006, 15.10
Angekommen auf dem Münsterplatz zentriert sich LE00 auf dem quadratischen Grund und legt einen furiosen Trommelwirbel hin. Afroamerikanische Brüder schauen begeistert zu. LE00 beobachtet sie genau, vielleicht sind sie einen Teil der Lösung der Mission. Passanten mit Schnauz werfen Geld in den Hut, der zu seinen Füssen liegt. Alsdann erhält LE00 den Hinweis, dass Ihn Santo Benedicto mit Weihwasser auf dem Münsterturm erwartet.

Samstag, 8. Juli 2006, 15.25
LE00 auf dem Münster. Santo Benedicto empfängt ihn, gemeinsam schauen sie auf die, ach so wunderschöne, Stadt Bern hernieder. Benedicto labert LE00 voll, der noch nicht merkt, dass sich die Mission damit zu Ende neigt. Nachdem beide das „Weihwasser“ getrunken haben steigen Sie die Treppen herunter. Benedicto leicht schwindlig von der Höhe…

Mit verbundenen Augen lässt sich LE00 von Benedicto durch die Stadt führen. Bis sie dann in einem schmucken Kafé auf Hadi, Marc und Stuker treffen.

Langsam realisiere ich, dass die Rumraserei vorerst ein Ende hat. Aber wer weiss, was da noch kommen mag. Pierre und Vali sind scheinbar was am organisieren…. Nach einem kurzen Bier gehen wir weiter Richtung kleine Schanze. Dort liegt ein wunderbares PicNic parat – Vali und Pierre haben an alles gedacht. Ich hab noch nicht die ganze Rösti verdaut, schlage aber trotzdem zu. Ich weiss ja nicht was noch alles passiert… Nachdem uns ein Hund vor die Wolldecke geschissen hat brechen wir auf. Ahnungslos trotte ich hinterher – nun in einem CH-Fussball-Trikot. Im Bahnhof teilt sich der VMö auf. Alles scheint sehr genau geplant. Der eine Ahnungslose wartet wiederum beim Treffpunkt und schaut mutmassend an die Abfahrtstafel. Keine Idee wo es wohl hingehen wird.

Wir stehen nun auf dem Perron 8, Zug Richtung Zürich. Was erwartet mich? Spekulationen in meinem Kopf. Gehen wir ins Mascotte? Wo penne ich heute? Habe aber gar nichts da um die Linsen einzulegen über Nacht! Mit einer Gelben Karte werde ich aus den Gedanken gerissen. Für eine Gelbe Karte gibt’s ein Bier, für eine Rote etwas ganz Komisches in einem Reagenzglas. Ok, ich trinke ein Bier – kein Problem… Im Zug erhalte ich die Aufgabe, ein Referat zu halten zum Thema: Warum sind die Schweizer beim Penaltyschiessen an der WM06 im 8telsfinale ausgeschieden. Ich bereite mich sofort darauf vor, ohne zu wissen dass ich das Referat nie halten werde… Aber es lenkt mich von den inneren Spekulationen ab wohin die Reise geht und was ich noch alles anstellen muss.

Nach 2.5 Stunden, einigen gelben und roten Karten landen wir in Konstanz. Noch wusste ich nicht, dass mich keine „Prüfungen“ mehr erwarten. Mit dem Taxi ins Hotel ABC, wo Pierre, Christian und ich uns in einem Türmlizimmer, welches die Dimensionen von Hadis Wohnung hat, installieren. Kurzum gehen wir Nachtessen, bei einem Mexikaner, wir hauen uns die Mägen voll und trinken Margheritas. Der Protagonist sowie einige Voumöngle verspüren nach dem üppigen Mahl eine leichte Müdigkeit. Ein Verdauungsspaziergang am See hilft da. Dass Mass Bier im Biergarten geht jedoch (bi mir) immer noch nicht zügig runter… Die Nacht verbringen wir auf einem Boot – ein richtig geiler DJ legt von Anfang an los und wir tanzen und trinken bis keiner mehr Karten zum zücken hat und noch ein bisschen darüber hinaus. Christian brilliert durch seine Moves auf der Tanzfläche und knüpft auch hier Kontakte zur den Einheimischen.

Frühstück um 10.00 Uhr nach ein paar wenigen Stunden Schlaf. Das schmucke Hotel mit dem ebenso schmucken Frühstücksbuffet bietet den perfekten Start in den Sonntag. Pierre hatte vom Taxifahrer den geschichtlichen Hintergrund des Hotels erfahren. Anscheinend ein Casino im dritten Reich. Nach dem Frühstück chillen wir in unsern Zimmern herum. Das Highlight hier aus Bandys Mundwerk: „Pierre, du sprichst wie ein Geschäftsbericht“

Ich informiere mich an der Rezeption nach den Zugverbindungen in Richtung Zürich. Alle Stunde fährt einer. Marc spricht vom 3-Uhr Zug. Ich frage mich nur, was wir noch machen wollen bis dahin. Ich merke, dass ich der einzige bin mit Stalldrang. Wir gehen an den See, sitzen an der Sonne und reden miteinander, gemütlich. Den 1Uhr Zug verpassen wir, ich überlege mich auf dem 2Uhr Zug zu gehen. So wäre ich um 5 zu Hause und könnte noch mit meinen zwei Frauen etwas Zeit verbringen. Dank Stukers Überredungskünsten mieten wir ein Schnellboot und fetzen über den See. So ist auch der 2Uhr Zug kein Thema mehr und wir machen uns gegen 3 in Richtung Bahnhof. Ich, als erster im Zug, finde es schon komisch, dass die andern alle auf dem Perron warten. He nu, wenn sie noch da bleiben wollen.. ich bin ja im Zug. Der Zug soll um 15.02 abfahren. Es ist jetzt 14.59. Pierre, der auch mit mir im Zug sitzt geht plötzlich auch raus. Was ist da los? Ich schaue raus und sehe plötzlich Claudia.. und Diana. Geistesgegenwärtig packe ich meine Tasche und gehe auch aus dem Zug – da ist wohl noch was geplant!

…und was noch geplant war. Mit Claudia und Diana sind auch noch Diana vom Välu, Lucia und Barbara mitgereist. Wir verbringen den Nachmittag am See, bei Weisswein und Fischfilet dreierlei aus dem Bodensee. Anschliessend schauen wir uns das WM Finale Frankreich – Italien von der VIP Tribüne auf der Grossleinwand an, essen Currywurst und Pommes. Über Zidane und Materazzi muss ich nicht auch noch schreiben.

Irgendwann nach Elf fahren wir zurück. Müde und zufrieden versuche ich mich auf dem Beifahrersitz wach zu halten. Dies gelingt mir bis irgendwo zwischen Wangen und Kirchberg…

Jungs – vielen Dank für dieses geile Weekend!

Chrische